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Zukunft - Immer wieder neu...

von Stefan Shaw, 2006

Mit der diesjährigen Orgatec, die vom 24. bis 28.10.2006 in Köln stattfindet, wird der vor einigen Jahren eingeschlage Weg zur "Themenmesse" konsequent fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen rund um das Thema Büro und Büroeinrichtung steht in diesem Jahr die Themenfläche "Ultima Office", auf der Besuchern und Ausstellern ein Eindruck vom Arbeiten im Jahr 2030 vermittelt werden soll. Hierzu wurde zu Beginn des Jahres ein Expertenteam aus Architekten, Innenarchitekten, Zukunftsforschern, Theoretikern und Praktikern beauftragt, für die Ogatec ein plausibles Szenario für das Jahr 2030 zu erarbeiten.

Wie wird es nun aussehen, das Büro der Zukunft? Eine der überraschendsten Erkenntnisse: Die Technik wird trotz ihrer Allgegenwart kaum mehr sichtbar sein. Stattdessen ist sie integriert in Möbel und Gebäude, identifiziert den jeweiligen Benutzer und stellt spezifische Zugänge zu Kommunikations- und Datenströmen her. Räume und Möbel werden also "intelligent" und stellen sich hinsichtlich Raumklima, Akustik, Beleuchtung, Tisch- und Stuhlhöhe spezifisch auf die unterschiedlichen Nutzer und ihre Profile ein. Kommunikationsanfragen (von "Telefon" werden wir dann wohl kaum mehr sprechen) werden automatisch in den Raum geroutet, in dem der Adressat sich gerade aufhält. Per Sprachsteuerung wird abgefragt, ob er wünscht, den Dialog anzunehmen oder nicht. Die Technik ist unsichtbar, aber omnipräsent. Statt Geräten gibt es nur noch Oberflächen. Ein Tisch dient als Tastatur, eine Wand als Bildschirm - was mit Hilfe von Projektion und Abtastung der (Finger-) Bewegungen bereits heute realisierbar ist.

Ein Tisch ist ein Tisch, ein Stuhl ist ein Stuhl? Das gilt nur vordergründig, denn die Möbel haben bis zum Jahr 2030 das Denken gelernt. Wer sich nun einen sterilen, auf das Notwendigste beschränkten (und möblierten) Raum vorstellt, wird sich in der Zukunft vermutlich erstaunt umschauen. Das Expertenteam der Orgatec erwartet, dass die Büros im Jahr 2030 atmosphärischer, freundlicher, ja geradezu lässig daherkommen werden.

Arbeit und Privatleben verschmelzen. Der moderne Arbeitsnomade steht in multiplen parallelen Beschäftigungsverhältnissen und blickt auf einen vielseitigen Lebenslauf zurück, in dem sich Phasen der starken Arbeitsbelastung mit Zeiten der geringen Beanspruchung abwechseln - je nach Auftragsstand der Ich-AG.

Gesundheit am Arbeitsplatz ist bereits heute ein großes Thema, in Zukunft wird es ergänzt durch die Themen Zufriedenheit und Motivation. Beides lässt sich durch eine geeignete Arbeitsumgebung erheblich steigern. Die besten Ideen entstehen ohnehin nicht am Schreibtisch. Da liegt es nahe, die Umgebung, in der einem die besten Einfälle kommen, in die Büros hineinzuholen und mit ihnen zu verknüpfen.

Und wer weiß, vielleicht wird das Büro der Zukunft wiederum ganz anders daherkommen als wir es heute vorausdenken können. Stoff genug also, um sich immer wieder aufs Neue mit einer der interessantesten Fragen des Menschen auseinanderzusetzen: Was kommt morgen?

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